Kontraindikationen
Bestimmte Übungen und Entspannungsverfahren sind für manches Befinden und Unwohlsein besonders hilfreich (Indikation). Bei einigen Erkrankungen und Beschwerden sollten einige Techniken und Tools jedoch nicht angewendet werden (Kontraindikationen).
Häufige Indikationen sind z.B. chronischer Stress, Erschöpfung, Panikattacken, Ängste und Phobien, depressive Symptome, chronische Schmerzen, Fibromyalgie, Tinnitus/Hörsturz, Migräne, Schlafstörungen, muskuläre Verspannungen sowie Bluthochdruck. Besteht Verdacht auf eine Kontraindikation halte bitte ggf. vorab Rücksprache mit deinem zuständigen ärztlichen oder psychologischen Personal (Fachärzt*in, psycholog. Therapeut*in oder Psychiater*in).
Hier ist eine erste Übersicht für dich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
1. Yoga und ähnliche Bewegung
Indikationen:
Stressbewältigung, Angstzustände, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, Rücken- und Gelenkschmerzen, Verbesserung der Flexibilität und Körperhaltung, Unterstützung bei chronischen Erkrankungen (z.B. Asthma, Diabetes), muskuläre Anspannungen/Verspannungen, Körperwahrnehmung
Kontraindikationen:
akute Verletzungen (insbesondere des Bewegungsapparates), schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akute Entzündungen oder Infektionen, schwerwiegende akute psychische Störungen (insbesondere ohne begleitende Therapie), schwerwiegende orthopädische Probleme (ohne ärztliche Beratung), Schwangerschaft (ohne ärztliche Rücksprache), Epilepsie (ohne ärztliche Rücksprache), schwere neurologische Erkrankungen (ohne ärztliche Rücksprache)
2. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Indikationen:
Stressbewältigung, Angstzustände, Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen, Hypertonie, Verbesserung der Körperwahrnehmung
Absolute Kontraindikationen:
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson darf nicht durchgeführt werden bei: akuten psychischen
Erkrankungen (inbs. psychotische Episoden); starken Lernschwierigkeiten und psychischen Dämmerzuständen; dissoziativen Störungen
und Depersonalisationssyndrom; akuten psychosomatischen und somatischen
Erkrankungsformen (z.B. innere Blutungen); akute kardio-vaskuläre Erkrankungen; akute Migräneanfälle (aber als Reha-Maßnahme ist PMR geeignet); akute Asthma-Attacken; organische Hypersomnie; Hypokortizismus; chronische neurologische Störungen wie
Myotonien; Muskelspastiken und generalisierte Torsionsdystonien; akute
Muskelerkrankungen und neurologische Systemerkrankungen, die sich bei
Muskelkontraktion verschlechtern (z.B. akute Muskelentzündungen,
Kleinhirnstörungen)
Relative Kontraindikationen:
Nach vorheriger Absprache mit ärztlichen oder psychotherapeutischen Fachkräften ist die Durchführung der Progressiven Muskelentspannung bei folgenden Erkrankungen möglich, wobei einzelne Teile des Verfahrens ausgelassen oder modifiziert werden können: in Remission befindlicher Depression, Angststörung, Schizophrenie, Zwangsstörung; akute Belastungsreaktionen; Persönlichkeitsstörungen; Muskelerkrankungen; kardiovaskuläre Störungen; Kopfschmerzen
3. Stille Meditation und Visualisierungen
Indikationen: Stressbewältigung, Angstzustände, depressive Verstimmungen, Verbesserung der Konzentration und Achtsamkeit, Schmerzmanagement, Schlafstörungen
Kontraindikationen: beginnende/ausklingende/akute Psychosen, schwere depressive Episoden, schwere Angststörungen, dissoziativen Störungen und Depersonalisationssyndrom
4. Meditation in Bewegung (z.B. Gehmeditation, Tanzmeditation)
siehe Yoga; bei schweren psychischen Erkrankungsbildern bitte vorher mit betreuender Fachkraft die Eignung der gewünschten Meditation absprechen
5. Intuitive Movement
Indikationen: Stressbewältigung, Förderung der Selbstwahrnehmung, Verbesserung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit, Linderung von Angstzuständen, Verbesserung der Beweglichkeit und Körperhaltung, Unterstützung bei chronischen Schmerzen, Förderung der Kreativität und des Körperbewusstseins, Verbundenheit mit sich selbst und Umgebung
Kontraindikationen: akute Verletzungen oder Entzündungen des Bewegungsapparates, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen im akuten Stadium (z.B. Psychosen), schwerwiegende orthopädische Probleme (ohne ärztliche Beratung)
6. Somatic Voice
Indikationen: Stressbewältigung, Förderung der Selbstwahrnehmung, Verbesserung der emotionalen Ausdrucksfähigkeit, Unterstützung bei Stimmstörungen, Linderung von Angstzuständen und depressiven Verstimmungen, Förderung der Atemfunktion, Verbesserung der Körperhaltung und des Selbstbewusstseins
Kontraindikationen: akute Atemwegserkrankungen, schwere psychische Erkrankungen (z.B. akute Psychosen), Stimmüberlastung oder akute Stimmerkrankungen, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen (im akuten Stadium)

